Noch 110 Tage und ein… oh… Monsieur Lö Fotograf.

Im Magen zwickts. (buäh). Es zwickte schon gestern nacht (buäh) und ich wäre heute (buäh) ganz sicher nicht aufgestanden, wenn nicht, ja, wenn nicht, (wer hätte das gedacht), ein Fotograf anreisen würde, extra, um für ein Magazin ein paar Fotos von hausbesuchten Menschen und mir zu machen. Hui. Natürlich mit Kaffee und Kuchen. Stilecht.

Aber von Stil noch keine Spur, “Seekuh im Herbarium” trifft eindeutig eher meine Tagesverfassung, denn ich liege platt im Bett und kann kaum geradeaus schauen nach dieser schlafleeren Nacht. Ebenso platt ist auch der Kuchen, dem gestern zu allem Überfluss wieder mal ein Besuch spontan zur Historie verholfen hat. Ächz. Ich weiß, ich muss, ich sollte, doch: die Schwerkraft triumphiert. (mir doch egal.)

Dem Mann, dem IchHabeNochNieInMeinemLebenEinRezeptAuchNurInDerHandGehaltenPhänomen, dämmert es von irgendwoher, dass ich ausgerechnet heute repräsentatives und vor allem ausreichend Backwerk für die “ShootingTour” brauche – und backt, der OhSoLiebenswerte, an meiner Statt. Blind, sozusagen. Marmorkuchen, weil ich den auswendig kann, auch als Seekuh. Alle zwei Minuten kommt der Mann treu ans Bett und erfragt das weitere Vorgehen. “Die Eier sind EINZELN verrührt, was kommt jetzt?” (Und das IHM. Danke.)

Drei Minuten, nachdem mich schließlich die Vernunft (ganz sicher nicht das Bauchgefühl) aus dem Bett kraxeln lässt, stürzt – oh erhebender Moment – der Mann den ersten Kuchen seines Lebens. Ja, das ist ein Marmorkuchen. (Lob. Lob!) Und drei Minuten später klingelt Marvin, der Fotograf. Ich bin malade heute, hauche ich zur Begrüßung, und Marvin winkt ab: “Dann rede einfach ich für dich.” Und das tut er.

Das mit dem Maladesein war ziemlich schnell vergessen. Denn Marvin hat alle unterhalten. Stundenlang. Mich. Das Baby. Jeden einzelnen Hausbesuch, mit einer bewundernswert chamäleonischen Wendigkeit. Und: er hat unglaublich gute Fotos gemacht.

Jetzt ist es Abend, Marvin ist weg. Mir ist wieder schlecht. Ich geh ins Bett. (Schön, dass du da warst!)

Über rotkapi

hinterhausbewohnende, kuchenbackende und neugierige prenzlauerbergerin mit süddeutschem migrationshintergrund
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5 Antworten zu Noch 110 Tage und ein… oh… Monsieur Lö Fotograf.

  1. Pingback: Ihr ward wunderbar. (das offizielle Ende). | hausbesuchwins

  2. Nelja schreibt:

    Ja und wo sind die nun? Die Fotos meine ich.

    Dir jedenfalls gute Besserung! Grüße! N.

    • rotkapi schreibt:

      Liebe Nelja,

      ich habe mich (so toll ich die Fotos finde) gegen Fotos auf dem Blog entschieden.
      Es ist ja schon ein ziemliches Stück, spontan jemanden reinzulassen, der dann auch noch über einen schreibt und das ins Internet stellt.
      Ein bisschen Gemütlichkeit und Sicherheit soll für jeden Kaffeebesuchten trotzdem bleiben…
      Die Fotos aber werden Mitte November in diesem Magazin veröffentlicht – genaueres aber erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist, ich bin so abergläubisch, was (noch) ungelegte Eier betrifft!
      Liebe Grüße!

  3. avalon schreibt:

    ein WOW an beide männer, und besonders an deinen kuchenbackenden liebsten. bringt mich zum lächeln, trotz ebenfalls flauem bauch.

    liebe grüße,
    eva

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