Noch 16 Tage und ein Kawummblues.

Es gibt einen Grund, warum ich in letzter Zeit nichts geschrieben habe. Keine Hausbesuche mehr machen konnte. Pause brauchte. Schon mal eine Woche vor Quartalsende versucht, in Berlin einen Kassenarzt aufzutreiben? Das ist fast wie Hausbesuchsklingeln, bis man eine Praxis gefunden hat, die noch nicht ” in Urlaub” gegangen ist, weil ihr Budget bereits erschöpft, die maximale Punktezahl erreicht ist und jeder weitere Patient ein Umsonstgeschäft, ach was, ein Draufzahlgeschäft wäre. (Das ist ein kompliziertes System, ich kann es erklären. Aber nicht jetzt).

Jedenfalls: ich bin auch eine Kassenarztpraxis. Mein Budget war erschöpft. Ausgereizt. Limit erreicht. Maximale Glücklichkeit, maximale Tornisterfülle, maximale Sättigung, die ein Jahr gerade noch so halten kann. Bevor es aus den Nähten platzt. Aufnahmetaste: stop. Schmetterlingsnetz: ablegen. Ruder: einholen. Zurücklehnen. Augen schließen. Wassergeplänkel. Vogelgezwitscher. (Ja, auch im Winter). (Mein See ist ein sehr praktischer See).

Verliebt sein. In ein Leben. Und klein werden, da, in meinem Schaukelböötchen auf dem Sommersee in dem Birkenland auf der Hellblauwelt. Ganz klein. So ein klitzekleines Würmchen in so einem klitzekleinen Böötchen auf zufällig so einem großen See in einem kleinen Land irgendwo auf der weiten Welt. (Kamerafahrt nach oben). (Und immer noch weiter nach oben). (Hui, das geht ganz schön weit nach oben). (Uah, Hilfe, Stop!) (STOP!!!)

Ich habe dich vor ungefährziemlichgenau einem Jahr kennengelernt. Damals hieltst du mir ein Baby entgegen und sagtest trocken, so, das wär jetzt meins. Ich mochte diesen ironischen Zug um deinen Mund. Auf Anhieb. Damals schon dachte ich, einen Moment lang zumindest: wow. Was für ein Jahr.

Aber dann sind wir uns eine ganze Weile lang nicht mehr begegnet (ich hatte keine Zeit), (und du wohl auch nicht), und, ehrlich gesagt: ich hatte dich vergessen. (Nur hin und wieder morgens ein Liedchen gesummt).

Dann aber hab ich dich ein paar Monate später wieder getroffen. Wörtlich. (Wir sind ineinander gerannt). Habe dabei meinen Latte Macchiato verschüttet, (kein Getränkehalter), du hast ordentlich davon abbekommen, bauchnabelabwärts: Shirt (rot), Hose (kurz), Beine (nackt). Du hast dich nicht darum geschert. (Das imponierte mir). Hast mir nur in die Augen geschaut, (Knie weich), mir deine Nummer gegeben und bist weiter gegangen. Wir haben uns nach einander umgedreht. Gleichzeitig. (ImBauchWieWennDerLiftNachUntenFährt).

Du hast mich zum Lachen gebracht. Zum Weinen. Zum Nachdenken. Gut, das haben die anderen auch, die vor dir. Aber mit dir war es … anders. Mit dir bin ich zum ersten Mal (jetzt erst, kürzlich) über einen Weihnachtsmarkt (Alex. Königsdisziplin) spaziert, ohne Panik zu bekommen, inmitten der Menschen. Im Gegenteil sogar. Ich hatte sie alle lieb! Wollte jeden einzelnen von ihnen umarmen. (Jeden. Einzelnen. Ork.). Ich fühlte mich WOHL. Ich MOCHTE den Mensch. (hä?) Ja.

Du hast mir jede Priorität genommen. Ich bin nicht länger wichtig. (Und immer noch wichtig genug). Du hast mir Türen geöffnet, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Du hast mir Menschen vorgestellt, die mich berührten. Bewegten. Darunter Menschen, die meine Freunde wurden. (Auch ich war darunter – und auch das ist neu). Und mit den Menschen, die schon vorher ein Teil von mir waren, hast du bis in die Puppen gesessen in unserer Küche, geredet, gegessen, Karten gespielt. Verdammt, du warst einfach richtig gut. (du Hecht.)

Hast mich Würmchen mit weichen Zähnen am Kragen gepackt und in deinem Maul an den Rand meines Tellerchens getragen. Mich abgesetzt. Mir einen Schubs gegeben, einen zärtlichen, deutlichen. (Siehe da, das Würmchen hat Beine!) (Viele Beine.) (Das Würmchen ist ein passabler Tausendfüßler!) (Ihh. Nein. Das Würmchen ist doch kein passabler Tausendfüßler. Das Würmchen will doch lieber wieder ein Würmchen sein). Hast mir mehr zugetraut, als ich.

Du warst großzügig. Und großspurig. Und großartig.

Du hast mich meine Nächte gekostet. (Ich habe sie ausgekostet). Hast mich glücklich gemacht. So glücklich, ich könnte mich zu den (anderen) Silvesterböllern stellen – zu denen, die am Weitesten nach oben schießen und dann in einem grünen Sternenregen explodieren. Kawumm.

Ich bin und war sicher nicht die Einzige. (woher nimmst du nur die Zeit). Aber um so besser. Seit dir teile ich sogar gerne. Genauer: DICH teilte ich gerne. Du warst ein phantastisches Jahr. Danke, 2011. Danke, Leben.

Und jetzt her mit 2012!!! Ich will jodeln! Und ihr sollt auch jodeln! Jiieeechha! Guten Rutsch!

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Noch 22 Tage und eine Auszeit über Bande.

“Auszeit für mich” ist das, was in den herrlichen Wellnesshotels der brandenburgischen Umgebung (Prospektereisende ich, seufz) als Wohlfühlpaket mit Halbpension, Massage (Schulter und Nacken), Ziegenmilchbad und 10 Minuten in der Heukraxe (was auch immer das ist, klingt, als bräuchte man hinterher gleich noch eine Massage) daher kommt.

Für mich kommt die Auszeit in Form einer hartnäckigen Migräne (zweieinhalb Tage), einer mittelprächtigen Magenschleimhautentzündung (ein Tag und immer noch ein bisschen) und einem unerträglichen Ungustltum daher. So viel zu meinen feiertäglichen Kaffees. (InDerEckeStehUndVerlegenDenFingerInDieWandBohr) Null. Nichts. Zero. Nada. Bett.

So müde war ich. Und so weich. Dieses Jahresende macht mich weich. Jedes Jahresende macht mich weich, aber dieses Jahresende ganz besonders (das denke ich von jedem Jahresende – kann man weicher als weich werden?). Unmöglich in meinem weichen Zustand, mir von einer fremden Person ein “NEIN” ins Gesicht sagen zu lassen, mir eine Abfuhr abzuholen. Für Abfuhren braucht man ein dickes Fell. Meins ist grad so räudig und dünn. Ich KANN einfach nicht losgehen und klingeln. Es geht nicht. (Schlimmstes Klingeltief seit Wettbeginn). Beim Gedanken an eine Gegensprechanlage werd ich sofort wieder müde. Muss ins Bett. (Das sind die Spätfolgen der Winsstraße, 63 Absagen in 63 Minuten). (Diese unsägliche Winsstraße, wär ich doch nur… egal.).

Was tun? Weiter winseln? Abbrechen? (Verlockung ist groß. Silvester feiern, danke 2011, und im Januar ein bisschen “Auszeit für mich”, aber die brandenburgische.) Soll ich bei der Gelegenheit mal kurz ausrechnen, wie viele Kaffees ich täglich trinken müsste, um die Wette zu schaffen? Ich will es nicht ausrechnen. Ich kann’s ja mal überschlagen, grob. Macht vier. Pro Tag. (MirMitDemZeigefingerAnDieStirnTipp).

Andererseits: die vielen interessanten Menschen, die ich treffe. All diese Begegnungen. Die Freundschaften. Die MichNachdenklichMachenden. Wer weiß, wen ich verpasse, hörte ich jetzt einfach auf. Hm. Vielleicht kann ich mich ja an den noch ausstehenden Einladungen aus dem Klingeltief schleppen.

Vorerst.

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Noch 23 Tage und ein Weihnachten.

Ja, ich gehe auch heute los. Und ich bin wahnsinnig gespannt, ob mich jemand reinlässt, heute, im LetzteGeschenkeNochSchnellEinpackenStress. Oder dem EnteNochSchnellRupfenStress. Oder dem GästebettNochSchnellBeziehenStress. Oder dem IchMachMirHeutGarKeinenStressStress.

Vielleicht und wahrscheinlich verbringe ich also heute wieder viel Zeit auf der Straße. Macht mir aber nichts aus. Schließlich hab ich eine warme, kuschlige Wohnung, in die ich mich verkriechen kann, wenn ich die Schnauze voll haben sollte. Oder, falls das vorher eintritt: wenn mir die Zehen anfangen sollten, einzufrieren.

Andere haben das nicht: eine Wohnung. Aber die haben Zehen, die einfrieren können. Und nicht nur Zehen.

Und deswegen, liebe Hausbesuchsympathisanten: lasst uns heute ein Stück Weihnachten abgeben. An gute Einrichtungen und Erfindungen. Wie beispielsweise die Kältehilfe der Berliner Stadtmission.

Mit einer Spende an die Kältehilfe der Berliner Stadtmission unterstützt ihr die Notübernachtungen und den Berliner Kältebus der Stadtmission und helft mit, Obdachlose vorm Erfrieren zu bewahren.

Ja, ich weiß, alle wollen Geld. Ständig soll man spenden. Aber das ist doch auch das Schöne an Weihnachten. Und Spenden geht so schnell, wie man 5 Euro eben schnellmaleben ausgibt:

Per SMS den Text “kalt” an 81190 schicken und damit die Kältehilfe mit 5 € unterstützen. Zack. Das war’s. (Eine SMS kostet 5€ zzgl. Versandkosten. 4,83 € gehen direkt in die Arbeit der Kältehilfe.)

(Das Geld, ich sag es vorsichtshalber noch dazu, geht direkt an die Kältehilfe. Ich selbst habe davon überhaupt nichts. Ich brauch davon auch nichts. Denn, wie gesagt: ich hab ja ne Wohnung. Und: Mann, ist die kuschlig.)

Also hopp, Handy zur Hand, nit lang schwätzet, SMS schicket!

Großzügige Menschen, also NOCH großzügigere Menschen, die gern MEHR Geld spenden, aber nicht den ganzen Abend mit SMS Schreiben verbringen wollen, überweisen an

Berliner Stadtmission, Spendenkonto 5444, BLZ 100 205 00
Bank für Sozialwirtschaft, Verwendungszweck: “Kältehilfe” – oder spenden online.

So.

Vielen, vielen herzlichen Dank, ihr lieben, warmherzigen, großzügigen Menschen! (ergriffen DasSindMeineLeserSeufz.) Toll seid ihr, ich bin stolz auf euch. Und jetzt: Frohe Weihnachten! Genießt es!

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Noch 24 Tage und einmal Canossa, bitte.

Kann sich eigentlich irgendjemand vorstellen, wie deprimierend es ist, im dunklen Nassniesel vor einem Haus zu stehen, in dem dreiundsechzig Parteien leben, und alle dreiundsechzig Parteien sind offensichtlich zu Hause, denn dreiundsechzig Mal klingle ich, dreiundsechzig Mal antwortet jemand an der messingpolierten Gegensprechanlage, (ich klingle natürlich dreiundsechzig Mal jeweils woanders, nicht immer beim selben), dreiundsechzig Mal sage ich meinen Spruch auf, und dreiundsechzigmal will mich niemand hinein lassen?

Niemand?

Noch nicht mal INS Haus, auf dass ich an den Wohnungstüren klingeln kann? („Neeee“, sagte einer, „bleiben Sie mal schön unten!“ – und legt auf.) (ein anderer, auf mein ZweihundertInZweihundertTagenUndHundertAchtundzwanzigHabIchSchon: „Na, dann sind’s ja nicht mehr so viele!“ – und legt auf.) (und wieder eine andere, auf mein IchLadeMichSelbstZuKaffeeUndKuchenEin: „Ja, aber ganzsichernichtbeimir!“ – und legt auf)

Puh. Das ist niederschmetternd, denke ich, mit kalten Füßen und triefender Nase, ich geh nach Hause. Heiße Schokolade, (ach, schnickschnack: heißer Grog.), Fußbad und: Bett. Ob ich diesen Grießklößen vorher noch was an die ohsoschönverputzte BlitzblankeWestenFassade schmiere? Hab nur leider keinen Edding dabei. Nicht mal nen Bleistift. Aber ich könnte ja auch einfach schnell in die Ecke pinkeln.

Da entdecke ich hinter mir (ja, ich sehe mich TATSÄCHLICH nach Eckpinkelmöglichkeiten um!) eine Überwachungskamera, die mich jetzt eine Stunde lang (ja, spinnen die? Denken die denn, ich hab ZEIT für so was? Der Sand rieselt und rieselt schließlich, blöder Wettrückstand, blöder) beim InDieGegensprechanlageBlöken gefilmt hat. Noch demütigender. Ich bereue aufrichtig, einen Abstecher in die Winsstraße gemacht zu haben (da sind sie frischer, dachte ich, da hab ich wenigstens noch nicht alle schon mal abgegrast).

Pah! Da ist mir meine Immanuelkirchstraße schon lieber – und, wo ich doch gerade dabei bin: geh ich doch noch mal eben zur Festung. Bevor ich mich ins Bett lege. Denn so schlimm, wie DAS hier, kann selbst die Festung nicht sein.

Gut. Geh ich also zur Festung. Klingle einmal. Und bin drin.

Ähem.

Hiermit erkläre ich reumütigst und von den Zinnen herab: die Festung ist gefallen. Es hat sich ausgefestet. Liebe Festungsbewohner: ich tat euch unrecht. Es geht immer noch schlimmer. Nur, weil ihr einen repräsentativen, (im Volksmund auch einfach: abschreckenden) Eingangsbereich habt, seid ihr nicht anders, als die anderen Häuser der Straße. Die einen Bewohner lassen mich rein. Die anderen nicht.

(Zwar könnten es bei euch noch mehr werden. Aber ihr macht euch.)

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Noch 25 Tage und schon 128 Kaffees: Eugénio, Dörte, Ema, Jolanda und Naima

An der Tür klebt ein Zitat von Albert Schweizer: „Lass niemanden zu dir kommen, ohne dass er glücklicher von dir geht“. So, so, denke ich. Mal sehen. Und klingle.

Eugénio öffnet, das Handy am Ohr. Ich kann noch nicht einmal den ANSATZ einer GESTE machen, ich kann noch nicht mal LUFT für den Ansatz einer Geste holen, da winkt er mich schon herein. Telefonierend. Macht die Tür hinter mir zu. Dreht sich um und verschwindet in einem Zimmer. Ich bin baff. Vielleicht, vielleicht hält er mich ja für jemand andern, denke ich, für den Besuch von jemand anderem, vielleicht, vielleicht ist das ja hier ne WG. Da kommt Dörte aus dem Zimmer und entdeckt mich im Flur. Ich, setze ich an, stotter, erklär, (was tu ich in ihrer Wohnung), eigentlich würd ich jetzt lieber wieder im Treppenhaus stehen, draußen, als mich schon mitten in die Wohnung hineingeplatzt um ein Äh,IchBinZwarSchonDrinAberDarfIchReinKommen zu winden. Aber Dörte lässt mich sowieso nur bis zum IchHabStollenDabei kommen, das ist, ziemlich genau, das letzte Drittel meines ersten Satzes also. „Also, Stollenzeit ist gerade nicht, ist ja schon so spät – aber wir haben, Eugènio, was hast du gekocht? Reis. Du kannst Reis mitessen.“

In der Küche wird einfach noch ein Teller für mich zu den anderen dazugestellt. Mit einer beispiellosen Selbstverständlichkeit. Ema, die älteste Tochter (der älteste Sohn ist schon ausgezogen), kommt in die Küche, fragt nicht nach wer und fragt nicht nach was, sondern geht gleich mit ausgestreckter Hand direkt auf mich zu: „Hallo, ich bin Ema.“ Dann kommen noch Jolanda und Naima und setzen sich auf die ausrangierte Kirchenbank an den Esstisch. Völlig klar, dass ich hier bin. Wow. Angenommen, ich käme je in Not – ich wüsste jetzt Leute, bei denen ich nicht nur klingeln KÖNNTE, sondern auch WÜRDE. (und das heißt sogar mehr). Ja, ich bin baff. To. Tal. Baff.

Sitz ich also hier mit am Familientisch und… zögere etwas, als alle auf dem Teller haben. Warte ab. Wo man so herzlich ist, denke ich, also so… nächstenliebend, da betet man sicher auch vor dem Essen. Denke ich tatsächlich. Aber man betet nicht. „Mahlzeit“, sagt Ema, hebt das Besteck und sieht auffordernd einladend in meine Richtung. Lecker ist es.

Und jetzt wird natürlich doch geplaudert, wer ich bin, was ich mache, und so weiter. Aber: jetzt erst. (ImmerNochTräumIchAugenReib).

Eugénio und seine Familie leben jetzt seit fast 16 Jahren in dieser Wohnung. „Als wir über die Gemeinde erfahren haben, dass diese Wohnung hier frei wird, haben wir uns beworben. Und wurden genommen. Wohl aus… sozialen Gründen. Oder?“ fragt Dörte Eugénio, „das war doch die Zeit, in der du arbeitslos warst?“

Eugénio kam 1981 als Vertragsarbeiter aus Mosambik in die DDR. Eigentlich waren die Vertragsarbeiterverträge nur auf vier Jahre befristet, sein Vertrag aber wurde verlängert. 89 haben sich Eugénio und Dörte kennengelernt. „Da war Eugénio also schon acht Jahre in der DDR. Eine Freundin von mir hat im Wohnheim gearbeitet, wo die Vertragsarbeiter alle untergebracht waren. Und sie hat mich gefragt, ob ich nicht mitkommen möchte, zu zweit wäre es einfacher, als allein, allein wäre es immer so anstrengend, sich die Männer vom Leibe halten. Ja, und da ist mir Eugénio begegnet. Meine Freundin wollte das nicht, die fand das nicht gut. – Wir sind aber trotzdem noch befreundet.“

„Es war nicht gewollt, dass Vertragsarbeiter und Bevölkerung Beziehungen zueinander unterhielten. Deswegen musste man sich im Wohnheim auch mit Personalausweis an der Pforte anmelden. Und um 22 Uhr das Gebäude verlassen haben. Sonst wurde man von einem Aufseher rausgeholt. Und das, obwohl wir alle erwachsene Menschen waren.“

„Als dann die Vereinigung war, 1990, da sollten alle Vertragsarbeiter abgeschoben werden. In Mosambik war da gerade Krieg. Eugénio sollte also in die Unsicherheit fliegen. Aber dann haben wir von einem Verein erfahren, dass man nach so langer Aufenthaltszeit gegen diese Abschiebung Widerspruch einlegen kann. Und das haben wir getan. Aber es war ein ziemliches Glück, dass wir von dieser Möglichkeit überhaupt erfahren haben.“

Darf ich wenigstens jetzt, als Nachspeise und Revanche, meinen Stollen rausholen, frag ich. Eugénio schaut auf die Uhr. Jetzt erst krieg ich mit, dass Eugénio und Dörte verabredet sind. Und zwar um: genau jetzt. Ui, da brech ich natürlich sofort auf, sag ich. „Nein, nein, wo du schon einmal hier bist, haben wir auch noch Zeit für ein Stückchen Stollen.“ Nochmal wow. Ich bediene mich also (aufgefordert natürlich) um ein Messer an der Schublade.

„Früchtebrot und dergleichen“, verkündet Ema fröhlich, „muss man ganz dünn schneiden, damit man von allen Früchten möglichst gleichmäßig im Mund hat, für das Geschmackserlebnis.“ Dann übernimm du, ich bin eher so der Kantenhacker. Ema schneidet drei hauchdünne Scheibchen und halbiert sie. Sechs halbe Scheibchen. Wir sind sechs. Schneid ruhig mehr, forder ich sie auf. „Das ist schon gut so“, sagt Dörte, „wir haben zu Weihnachten so viel Kuchen bekommen – schau mal hinter dich – wir freuen uns, wenn wir jetzt ein kleines Stück naschen dürfen, das reicht vollkommen.“ Ich schneide mir allerdings noch eine Scheibe ab, eine dicke. Aber nicht vom Stollen.

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Noch 26 Tage und schon 127 Kaffees: Herr und Frau H.

Ich will Jan, dem Redakteur, zeigen, wie schwierig es ist, in die Festung reinzukommen. Vorführeffekt. Keine Sprüche. Keine Kommentare. Schon beim ersten Klingeln werden wir hoch gebeten.

H.s begrüßen uns im Flur, „wir haben nicht viel Zeit, weil wir gleich bei Nachbars eingeladen sind – wenn die anrufen, müssen wir los“, Frau H., feuerrotes Haar, pfiffig und exakt geschnittener Bob, verteilt an uns Hausschuhe, wegen des Eichenparketts. Herr H. kocht sich und mir Schwarztee – und ist auch ein gentler Nachschenker. (Zwischensumme: bisher gab es ZWEI gentle Nachschenker, also Nachschenker, die wortlos und selbstverständlich dafür sorgen, dass MEIN Getränkepegel nie Normalnull erreicht).

Ich kenne mittlerweile Jan gut genug, um seine veränderte Körperspannung wahrzunehmen. Er kombiniert bereits reporterfreudig Festung, Eichenparkett, Inneneinrichtung und diesen gewissen gehobenen Umgangston, ich seh es ihm an. Am liebsten würde er mich anstubsen, unterm Tisch, ich weiß es. (Ach, wie trübe wird es ohne Jan werden).

„Wer sagt Ihnen denn, dass wir keine Yuppies sind?“ fragt Frau H. amüsiert, als wir am antiken Esstisch sitzen, die Kerzen am Adventskranz brennen, und ich meine FeindbilderEinführung gebe. Ach, sage ich, Sie dürfen ruhig Yuppies sein, Hauptsache, Sie lassen mich rein. Aber – sind Sie denn Yuppies?

„Wir sind es nicht, aber hier im Haus dürften Sie fündig werden“, verrät Frau H. Und erzählt. „Wir wohnen hier schon seit den 70ern. Dieses Haus war das letzte in der Straße, das saniert wurde, und bis dahin sah es so aus, wie das, von dem die Touristen jetzt ihre Fotos machen. Das, wo man in der Fassade noch die Einschusslöcher sieht.“

„Das Haus hier war schon, als wir einzogen, ziemlich runtergekommen. Wir brauchten dringend eine neue Wohnung, weil wir zu fünft in einer Zweizimmerwohnung gewohnt haben, mit noch einem Freund, der bei uns untergeschlüpft war. Und es war so, dass man in der DDR eine Wohnung zugewiesen bekam, die konnte man sich nicht einfach so suchen. Und die Wohnung, die man zugewiesen bekam, die konnte man zwar ablehnen. Aber dann bekam man erst ein halbes Jahr später wieder eine Wohnung zugewiesen.”

“Ich hatte schon zwei Wohnungen abgelehnt. Mein Mann hat mich schon für verrückt erklärt. Und dann, als ich diese Wohnung gesehen habe, hab ich sie sofort genommen. Obwohl sie total heruntergekommen war. Es war nämlich so, dass die heruntergkommenen Wohnungen natürlich nur den Studenten und den jungen Leuten und den Sozialfällen angeboten wurde, weil die so ungemütlich waren. Aber hier wohnten Leute, die hatten alle zwei Hände und einen Kopf. Heute haben die meisten ja leider weder noch. Dafür hauptsächlich einen Mund.“

„Und so haben sich diejenigen, die hier gewohnt haben, ihre Wohnungen eben selbst schön gemacht. Es war ein richtiger Wettbewerb, an Material für die Renovierung zu kommen.“

„Und der Besitzer – denn es gab ja damals schon jemanden, der das Haus hier besessen hat – der hat sich überhaupt nicht für die Bausubstanz interessiert. WENN etwas gemacht wurde, dann wurde nicht die Diele ausgebessert, dann wurde nur Beton drüber gegossen. Noch nicht einmal ein Estrich, das war der blanke Beton.“

„Ich habe zu Freunden gesagt, bitte, wenn ihr ins Haus geht, macht unten Augen und Nase zu und erst hier oben bei uns wieder auf. Den Hauseingang benutzten alle, die Kneipe war ja ums Eck, um sich zu erleichtern, dementsprechend roch es auch.“

Das Telefon klingelt. Herr H. verschiebt diskret nach hinten.

„Wir hatten uns dafür eingesetzt, dass wir eine Gasetagenheizung bekamen – kennen Sie sich mit Physik aus? Wir hatten einige Mal Stromausfall, da musste mein Mann mehr als einmal die glühenden Kohlen aus dem Ofen holen, sonst wäre uns das um die Ohren geflogen.“ „Mehr als einmal?“ brummt Herr H., „das war EINmal. Dann hab ich da immer Sand draufgeschüttet.“

„Naja, trotzdem war das ein Luxus. Ich hätte auch jeden Morgen zwei Stunden von Ofen zu Ofen hetzen können. Und dann wurde das Haus nach und nach entmietet, weil ja saniert werden sollte. Zum Schluß wohnten nur noch wir und noch eine andere Partei hier.“

„Aber diejenigen, die weggezogen sind, die konnten es sich schließlich aussuchen“, fügt Herr H. an. „Die haben dafür eine großzügige Abfindung erhalten, die war auch angemessen, wie ich finde – damit wurde der Umzug bezahlt. Und sie mussten nicht gehen, sie hätten auch bleiben können. Das war ihre Entscheidung.“

„Wenn wir jetzt hier neu einziehen würden, dann würden wir horrende Mieten zahlen.“

„Woher weißt du das denn?“ fragt Herr H. „Na“, gibt Frau H. zurück, „weil die über uns mir erzählt haben, was sie zahlen! Wir sagen hier niemandem, was wir zahlen. Wir haben nämlich noch einen alten Ostvertrag, ich weiß nicht, ob das den neuen Besitzern klar wahr, als sie die Wohnung hier gekauft haben. Wenn wir hier ausziehen, dann müssen wir die Wohnung BESENREIN übergeben! Ach, was soll’s, Ihnen sag ich, was wir zahlen:…“ Es ist wirklich unverschämt günstig.

„Mein Mann hat das große Los gezogen, nach der Wende, er hat eine feste Anstellung bekommen, dafür fährt er auch jeden Tag nach Frankfurt Oder, hin und zurück. Ich wurde arbeitslos. Ich wurde zwar noch ein paar Mal zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Und nicht nur einmal einfach nur deswegen, weil man sich mich Ossi ansehen wollte. So, so, vierfache Mutter und Ingenieurin, wie hat die das wohl hingekriegt, was ist das wohl für eine.“ Sie lacht. „Ja, wenn ich mir heute vorstelle, wie ich das früher hingekriegt habe, dann weiß ich das jetzt auch nicht mehr.“

„Jedenfalls habe ich mich dann entschieden, noch einmal neu anzufangen, und das zu machen, was ich eigentlich tief in mir drin schon immer einmal machen wollte, ich hab eine Agentur gegründet. Und das macht mir total Spaß. Andere haben sich ja dafür entschieden, nach der Wende die Hände in den Schoß zu legen, nachdem sie abgewickelt wurden – für mich war das ein Sprung ins kalte Wasser, und ich bin froh darum!“ Sie strahlt.

Das Telefon klingelt ein zweites Mal. „Schieb doch noch ein bisschen raus!“ bittet Frau H ihren Mann.

„Und“, fragt mich Jan später, als wir draußen sind „wie ist es für dich, in so eine… Wohnung zu kommen?“ Das ist nicht anders für mich, (schulternzuck), als in jede andere Wohnung zu kommen, sag ich. Jan ist natürlich unzufrieden mit der Antwort. „Ja, aber, denkst du dir nicht deinen Teil? Hier war es ja so, man kommt rein und denkt, alles klar, das sind Gentrifizierer par excellence, und dann stellt sich raus, dass sie schon seit den 70ern in dieser Wohnung wohnen…“ Tja, sage ich und muss milde grinsen (ich WUSSTE es), DU bist der Hausbesuchsanfänger. (NägelAnhauchUndAmKragenPolier). So ging es mir am Anfang auch. (FönwelleNachHintenWerf). Und ich lag JEDESMAL mit meiner Einschätzung daneben. JEDESMAL. Dann hab ich mich konzentriert, und mich noch mehr konzentriert, bis es mir endlich gelungen ist, mir KEIN Urteil zu machen, KEINE Schublade parat zu haben, KEINEM ersten Eindruck zu folgen.

Und jetzt, endlich, klappt es auch zuverlässig (hat ganz schön gedauert, der AhJaAllesKlarIchWeißBescheidMechanismus sitzt ziemlich fest im Sattel, dieser Hund!). Wenn ich in eine Wohnung komme, sei die jetzt messi oder abgeranzt oder schwedischesmöbelhaus, bin ich nur Schwamm und zu keinem Zeitpunkt mit einer Einordnung beschäftigt. Oder auch nur einem Kommentar, einem gedanklichen. Und das ist großartig. Hausbesuchen ist wie Achterbahnfahren. Da denkst du ja auch nicht nach, wie die Strecke wohl weiterhin verläuft, oder auf welcher Höhe die anderen Wagen gerade so sind. Es sei denn, die Achterbahn ist Pippikacka. Den meisten Spaß hat man doch, wenn man gar keine Zeit für seine eigenen, faden Gedanken und die ollen Klischées hat.

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Noch 27 Tage und schon 126 Kaffees: Christiane, Markus, Aaron und Zarah

Markus trägt Flanellkariertes und eine Haartolle. „Warte, da frag ich mal“, kündigt er an und verschwindet. Während er fragt, schließt Zarah, 4, mit mir Freundschaft, ihr Sprungseil in der Hand. Dann steht Christiane in der Tür. Ich setze noch mal an. „Hey, du schreibst doch nen Blog, oder“, unterbricht sie mich, als ich nur meinen Namen sage, und tippt mit dem Zeigefinger in meine Richtung. „Den hab ich gelesen, find ich super, komm rein!“ Ich finde Christianes Kleid super, etwas TiefMarineBlusenManschettenÄrmelWeitbauchiges, außergewöhnlich, geschmackvoll, stylisch. Cool. Einfach cool.

Und dann auch noch ihre Küche. Ehemals Berliner Zimmer, riesig, Dielen, ein langer Holztisch in der Mitte, darauf ein bemooster Adventskranz aus dem tollsten Blumenladen hier in der Gegend (hab ich auch schon wehmütig betrachtet. Aber mein Küchentisch ist zu klein dafür), silbern gesprühte Weinkisten als Regalelemente an der Wand, eine plakatgroße HinterGlasFotografie lehnt am Boden: Hagebuttengesträuch in Nah. Zarah zapft mir an dem IchKannCrushedIceMachenKühlschrank gekühltes Wasser. (Danke). Und schreibt mir mit Kreide ihren Namen auf die tafelbelackte Wand. Im anliegenden Zimmer schaut Aaron, 11, Zeichentrick. Unter einer gewaltigen Deckenlampe. Design, ganz klar. Design und Style.

Christiane setzt sich mir gegenüber. Ihre Augen strahlen. Nein. STRAHLEN. Das erste Wort, das mir zu Christiane einfällt: lebendig. Und herzlich. Herzlich, weil glücklich.

„Ich bin Art Directorin und habe eine kleine Agentur“, erzählt Christiane, „also – die Manneskraft ist klein, aber in der Bedeutung ist sie schon recht… groß“, präzisiert sie und lacht, „Markus ist Fotograf, und ich habe, weil ich es schon immer wollte, ein Magazin herausgegeben: I LOVE YOU, ein Mode- und Designmagazin. Darin versuche ich, Blog und Print zu verknüpfen, weil das Magazin aus einer Zeit heraus entstand, in der gerade die Blogs aufkamen – und ich gemerkt habe, dass es da 23Jährige gibt, die über Mode bloggen, die das nicht studiert, aber trotzdem Ahnung haben – und dass dieses Konzept, Mode nicht aus fachlicher Perspektive, sondern aus der des Endverbrauchers heraus zu beschreiben, wesentlich spannender ist und auch besser funktioniert.“

„Wir kamen vorher aus Frankfurt, Markus und ich haben uns im Studium kennen gelernt, und sind 2001 nach Berlin gezogen, als Aaron unterwegs war. Wir hatten erst überlegt, nach New York zu gehen, aber das schien uns mit Kind dann doch zu kompliziert, und dann war da gerade diese Aufbruchstimmung, dass alle nach Berlin gingen und in Berlin schien einfach vieles machbar zu sein, und so sind wir also hierher gezogen.“

„Als dann Zarah unterwegs war, haben wir hin und herüberlegt, wie wir es mit den Zimmern machen – aber die beiden sind einfach zu weit auseinander, um sich ein Zimmer teilen zu können. Und alle Wohnungen, die wir uns angesehen haben, waren das gleiche, was wir schon hatten, nur wesentlich teurer. Ein Zimmer mehr nur, dachten wir, eins nur, das wär’s.“

Und eines Tages hab ich die Nachbarn von nebenan getroffen, und die meinten zu mir: ach, wir wollten euch noch sagen, dass wir ausziehen. Und ich: (Christiane nickt anteilnehmend) oh, das ist aber schade. Und dann bin ich sofort hochgerannt, zu Markus: wir müssen sofort den Vermieter anrufen, wir müssen sofort den Vermieter anrufen – und es hat geklappt! Und der Vermieter hat uns sogar den gleichen Preis gemacht, wie den, den die vorher gezahlt haben, dafür, dass wir die Wohnung so genommen haben, wie sie war. Ich kann sie dir ja mal zeigen.“

Christiane führt mich in den „Kinderflügel“. „Hier haben wir den Durchbruch gemacht. Hier ist das Gästezimmer, wenn die Großeltern zu Besuch sind. Hier sind die Kinderzimmer.“ Im Flur liegt silberner Tanzboden, Zarah dreht eine Pirouette. Das sieht alles fabelhaft aus, sag ich, da habt ihr ja Glück gehabt. „Ja, und wie“, lacht Christiane, „man muss nur lang genug warten, dann ergibt sich schon alles irgendwie.“

„Jetzt im Januar kommt unser zweites Magazin heraus, ein Reisemagazin, das sich mit Designhotels befasst. Dafür haben wir als Familie Urlaub gemacht – nicht ganz uneigennützig, das Konzept – und zwar in Indonesien, weil da die meisten Designhotels sind. Allerdings kann man als Pressemensch nicht länger als ein, zwei Nächte in so einem Hotel bleiben (also, bleiben schon, nur dann eben nicht mehr kostenlos. Schluck.) – das hieß also, einziehen, ausziehen, einziehen, ausziehen, das war, gerade mit Kindern, etwas stressig. Aber zum Glück waren das alles gehobene Hotels, so dass uns wenigstens das Gepäck von einem Hotel ins nächste gefahren wurde. Das war schon viel wert, mit zwei Kindern und der Fotoausrüstung hatten wir einfach viel Gepäck.“

Darüber hab ich auch gebloggt. (LESEN!) Und das war teilweise ganz schön anstrengend, erleben und aber abends dann auch noch über das Erlebte bloggen. Aber schließlich sollte ja auch was dabei rauskommen.“ Rauskommen wird im Januar jedenfalls das erste Heft.

Christiane geht noch extra mit mir nach unten, um aus dem Auto ein I LOVE YOU Exemplar zu holen, phantastisches, verrücktes, eigenwilliges Magazin, ich mag es schon, als ich es in die Hand nehme. (Schon rein haptisch. Ist nämlich nicht gewöhnlich Hochglanz, ist unbehandeltes Papier. Der Inhalt ist Hochglanz.) Und merkst du eigentlich was von wegen Anti-Yuppie, frag ich noch. „Pfff“, Christiane wirft den Anti-Yuppie aus dem Handgelenk über die Schulter, „in meinem Umfeld überhaupt nicht, da sind sowieso alle offen. Ach, aber ich war mal auf einem Kindergeburtstag, mit Eltern, da war Zarah noch jünger, da war das noch MIT Eltern, und da kam raus, dass Zarah in Mitte in die englischzweisprachige Kita geht – weil wir immer noch am Überlegen sind, ob wir nicht doch nach New York ziehen, und weil wir so viel unterwegs sind, dass Englisch einfach zu unserem Alltag dazu gehört, da war es uns einfach wichtig, dass die Kinder auch englisch lernen – und da hab ich gespürt, wie bei einer Mutter, die da war und die mich nicht kannte, die Ablehnung wuchs und wuchs. Und sie ließ auch ein paar Kommentare in der Richtung fallen. Aber das nehm ich mit Humor und sag dann: klar, ich sitz auch den ganzen Tag nur rum und trinke Latte Macchiatto.“

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